„Mir ist gerade fast das Handy aus der Hand gefallen, als ich das gelesen habe!“ – Das war die Reaktion einer Kundin auf mein Angebot für die Texte ihrer Website. Mir ging es ganz ähnlich, denn unsere Preisvorstellungen lagen sehr weit auseinander. Bei mir ist allerdings nicht das Handy, sondern das Selbstbewusstsein abgestürzt…

 

Kennst du das? Du liebst deinen Job und könntest stundenlang voller Euphorie erzählen, was, wie und warum du alles machst. Doch wenn es dann zum Wert deiner Produkte oder Dienstleistungen kommt, wirst du kleinlaut, bist dir unsicher, was du verlangen kannst – und entschuldigst dich fast noch dafür, dass du Geld dafür nimmst.

 

Die E-Mail der Kundin hat mir eine kleine Sinnkrise eingebracht – und gleichzeitig einen Wendepunkt in meiner Selbstständigkeit! Wie ich wieder und vor allem zu mehr Selbstbewusstsein hinsichtlich meiner Arbeit gekommen bin, möchte ich gerne mit dir teilen.

 

3 Schritte, wie du dir mehr Selbstbewusstsein für deine Selbstständigkeit aufbaust

1. Stell dir bessere Fragen

Unser Gehirn ist ständig am Plappern. Dabei sollten wir unbedingt auf unsere Worte achten, denn sie werden unsere eigene Realität. Der Hirnforscher Andrew Newberg sagt dazu:

„Unsere sprachbasierten Gedanken formen unser Bewusstsein, und das Bewusstsein formt die Realität, die wir wahrnehmen. Wählen Sie also Ihre Worte mit Bedacht, denn sie werden so wirklich, wie der Boden, auf dem Sie stehen.”, Andrew Newberg

Da wir fortlaufend Selbstgespräche in unserem Kopf führen, versucht unser Gehirn sofort Antworten auf die Fragen zu finden, die wir uns stellen. Mit deinen Fragen, kannst du also deine Gedanken in eine positive oder destruktive Richtung lenken.

 

Statt dich zu fragen, wie viel Geld du für deine Arbeit verlangen kannst, solltest du tiefer gehen und auch mal die Perspektive wechseln:

  • Welchen Wert hat deine Arbeit für den Kunden?
  • Was kauft dein Kunde wirklich bei dir? (Aus Kundensicht verkaufen wir die Lösung eines Problems oder die Befriedigung eines Bedürfnisses. Hier erfährst du mehr dazu.)
  • Was bräuchte dein Kunde, um diese Arbeit machen zu können?
  • Was nimmst du ihm ab?
  • Was spart dein Kunde?
  • Welche  Resultate hat deine Arbeit für deinen Kunden?
  • Welchen Effekt hat deine Arbeit auf das Leben deines Kunden?
  • Welche Auswirkungen hat deine Arbeit auf die Kunden deines Kunden?

Mithilfe der Fragen betrachte ich meine Textaufträge und Mentorings für kreative Selbstständige also nicht mehr nur nach Merkmalen wie Inhalt und Qualität. Vielmehr nehme ich jetzt ihren eigentlichen Wert für meine Kunden und für die Welt wahr.

 

Tipp: Mehr zu deinen Gedanken und wie du sie wertvoll für deine Selbstständigkeit ausrichten kannst, habe ich dir hier zusammengetragen: Das wichtigste Gespräch in der Selbstständigkeit: dein innerer Dialog

 

 

2. Schreibe den Wert deiner Arbeit auf

Schreibe die Antworten deiner positiven Fragen auf. Denn so bist du „gezwungen“, deine Gedanken klar zu strukturieren und zu formulieren.

Ich mag dich liebend gerne dazu einladen,  dir einen Zettel und einen Stift zu nehmen, dich hinzusetzen und jeden Schritt deiner Arbeit aufzuschreiben: von der Anfrage des Kunden über die Erstellung und Verwendung deines Werkes bis hin zu den materiellen und emotionalen Ergebnissen für dich, deine Kunden und die Welt.

 

Bei meiner Arbeit als Texterin sieht das Ganze so aus (Stand April 2017):

 

 

 Grafik von Anna Wassmer

Tipp: Ich habe meine Gedanken damals auf ein Blatt Papier gekritzelt. Als ich die Zusammenhänge und die Wirkung meiner Arbeit direkt vor mir hatte, war ich so begeistert und gerührt, dass ich meine Ideen von der lieben Grafikerin Anna Wassmer professionell gestalten lassen habe.

Diese Infografik habe ich mir ausgedruckt und an meine Pinnwand gehangen. So werde ich in Momenten, in denen mein Selbstbewusstsein doch mal wieder wackelt, daran erinnert, wie wertvoll meine Arbeit als Texterin und Schreib-Mentorin ist. Das wirkt Wunder, glaube mir!

 

 

3. Kommuniziere den Wert deiner Arbeit

Mithilfe der richtigen Fragen und der Schreibübung hast du den Wert deiner Arbeit erkannt und in Worte gefasst.

Sei ab heute auch bei deiner Kommunikation mit anderen so klar wie möglich: Teile auf deiner Website, in deinen Angeboten, in Blogartikeln und Social Media-Posts mit, was die Leute davon haben, wenn sie deine Produkte kaufen bzw. deine Leistungen buchen. So erkennen auch sie die Vorteile euer Zusammenarbeit und du brauchst deine Abläufe und Preise nicht mehr zu rechtfertigen.

 

Tipp: Wie du dein Botschaft klar, persönlich und effektiv mitteilst, erkläre ich dir in der Blog-Kategorie Kommunikation. Hier einige Beispiele:
 Wie schätzt du dein Selbstbewusstsein ein? Was hilft dir, dich immer wieder an den Wert deiner Arbeit zu erinnern? Schreib mir gerne in die Kommentare.

 

Übrigens: Nachdem ich der Kundin geantwortet und den Wert meiner Arbeit mitgeteilt hatte, hat sie den Auftrag bei mir gebucht und lässt mittlerweile regelmäßig ihre Texte von mir erstellen. 

 

 


 

 

 

Wie du mehr Selbstbewusstsein für deine Arbeit bekommst

5 Gedanken zu „Wie du mehr Selbstbewusstsein für deine Arbeit bekommst

  • 28. Juni 2017 um 20:15
    Permalink

    Liebe Vanessa, Danke für diesen wertvollen Artikel in Deiner unverkennbar liebevollen Art. Und natürlich hast Du absolut Recht! Wir müssen zu allererst uns selbst bewusst machen, welchen Wert wir liefern und welchen Nutzen wir bieten!

    Ganz liebe Grüße, Karen

    Antworten
    • 29. Juni 2017 um 7:47
      Permalink

      Hach, herzlichen Dank für deine lieben Worte, Karen!
      Ich freue mich, dass dir der Artikel gefällt.

      Antworten
  • 10. Juli 2017 um 17:31
    Permalink

    Liebe Vanessa,

    eben habe ich deinen Artikel entdeckt und musste schon beim ersten Satz lachen, das kenne ich als freiberufliche Texterin ebenfalls zu gut! 😀
    Sehr schön geschrieben!

    Liebe Grüße
    Ronja

    Antworten
    • 10. Juli 2017 um 17:56
      Permalink

      Hallo Ronja,

      vielen Dank für deine lieben Worte.

      Diese Erfahrung hat wohl jeder kreative Dienstleister schon mindestens einmal gemacht. Ich hoffe, bei dir ging es ähnlich gut aus.

      Liebe Grüße
      Vanessa

      Antworten
  • Pingback:Texte für deine Website schreiben - der wichtigste Schritt - hearts and habits

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