Franziska Vetter ist Life Coach, Host vom Podcast „perfekt unperfekt“ und eine wundervolle Frau! Wir haben schon einige Male zusammen über Skype geplaudert und ich liebe ihre Instagram-Posts mit Impulsen zum Journaling. Franziska schreibt regelmäßig für sich selbst, verschenkt auf ihrer Website einen Journaling-Guide und veranstaltete auch schon eine Challenge, bei der sie dazu einlud, jeden Morgen die eigenen Gedanken aufzuschreiben.

 

Obwohl Franziska ihre privaten und beruflichen Zeilen voneinander trennt, meint sie, dass das Schreiben positive Wirkungen auf ihre Selbstständigkeit und Persönlichkeit hat. Welche das genau sind, wie Franziska mit Schreibblockaden umgeht und welche Herausforderung sie zuletzt dank des Schreibens gemeistert hat, erzählt sie uns im Interview.

 

 

Das Schreiben sorgt für Klarheit und hilft, mich zu fokussieren.

Das wirkt sich auf meinen gesamten Alltag aus, privat wie beruflich.

Franziska Vetter

 

 


 

1. Liebe Franziska, Schreiben für deine Selbstständigkeit vs. Journaling für dich persönlich: Wo siehst du Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Das eine tue ich für meine Arbeit, das andere tue ich für mich.

Das ist der größte und wichtigste Unterschied, denke ich. Beides hat für mich nicht viel miteinander zu tun.

 

Meine Gedanken beim Journaln sind sehr persönlich und privat. Ich habe bestimmte Techniken, die ich je nach Stimmung oder Situation anwende. Oft schreibe ich auch frei heraus, einfach das, was mir gerade in den Kopf kommt. Diese Zeilen teile ich mit niemandem und sind nur für mich.

 

Schreibe ich etwas für meine Arbeit bzw. meine Selbstständigkeit (z.B. Texte auf Instagram), tue ich das sehr bewusst, überlege mir ein Thema, wähle gezielt die Inhalte aus, korrigiere die Texte, achte auf Details und Länge, etc.

 

Für mich haben diese beiden Schreibprozesse nicht viel gemeinsam.

 

 

2. Wann greifst du zu Zettel und Stift bzw. wann lässt du deine Finger über die Tastatur tanzen?

Mein Morgenritual besteht aus Meditation und Journaling. Ich greife demnach jeden Morgen zu Zettel und Stift. Ja, wirklich jeden Morgen, bis auf ganz wenige Tage, an denen ich eine Ausnahme mache.

 

 

3. Hast du bestimmte Routinen für dein Journaling?

Meistens meditiere ich zuerst und schreibe dann direkt im Anschluss in mein Journal. Mittlerweile habe ich verschiedene Techniken gesammelt, die ich je nach Stimmung oder Situation anwende.

 

 

4. Kommt es vor, dass du eine Schreibblockade hast? Wenn ja, was machst du dann?

Ja, es kommt immer mal wieder vor, dass ich eine Schreibblockade habe. In solchen Momenten höre ich in mich hinein und frage mich, was ich gerade am meisten brauche. Oftmals schreibe ich einfach gar nicht oder aber ich beginne mit einer reflektierenden Frage, die mich in den Schreibprozess leitet. Ich gehe solche Momente ganz locker an.

 

Habe ich eine Schreibblockade im beruflichen Sinn gehe ich etwas anders vor. Dann verlasse ich gerne die Situation, bewege mich und meinen Körper, tanze für ein paar Minuten, räume auf, telefoniere oder mache etwas, was gerade nichts mit dem Text zu tun hat. Das hilft, meinen Kopf von blockierenden Gedanken zu befreien, und Raum für Neue zu schaffen. Ich liebe es außerdem, mich mit ätherischen Ölen und inspirierender Musik zu unterstützen. Hilft das alles nicht, dann verschiebe ich das Schreiben auf einen Moment, in dem mich die Kreativität von selbst findet.

 

 

5. Welche Themen tauchen sowohl in deinen beruflichen als auch in deinen persönlichen Texten immer wieder auf?

Die Themen, die dabei immer wieder auftauchen sind Themen wie den eigenen Wert anzuerkennen, den eigenen authentischen Weg zu gehen, Verantwortung für sich und das eigene Leben zu übernehmen, sich zu zeigen wie man ist und die eigene Verletzlichkeit anzunehmen. Das sind auch die Themen, mit denen die meisten Frauen in mein Coaching kommen.

 

 

Das Schreiben der Instagram Texte hatte eine große Wirkung auf mich.

Ich bin sehr offen in meinen Texten und zeige mich, so wie ich bin.

 

 

6. Welche Wirkung hat das Schreiben deiner Business-Texte (beispielsweise Instagram und Website) auf deine Persönlichkeit?

Das Schreiben der Instagram Texte hatte eine große Wirkung auf mich. Ich bin sehr offen in meinen Texten und zeige mich, so wie ich bin. Zumindest versuche ich das. Ich verstecke mich nicht, genauso wenig meine Ängste, Sorgen und Schattenseiten. Ich teile die Dinge, von denen ich glaube, dass sie für andere von Bedeutung und eine Inspiration sein könnten.

 

Das Schreiben und das damit verbundene Teilen meiner Geschichte, hat mich dabei unterstützt, mich nicht mehr für mich und meine Geschichte zu schämen, sondern sie ganz anzunehmen. Mit der Zeit habe ich mich immer weniger darum geschert, was andere von mir denken und teile nun ganz offen das wonach mir ist und was ich für wichtig und richtig halte.

 

 

7. Und wie ist es andersherum: Welche Wirkung hat das Journaling auf deine Selbstständigkeit?

Ich würde sagen eine sehr positive, auch, wenn ich es nicht darauf abziele. Dadurch, dass ich mir jeden Morgen durch das Journaling Zeit für mich, für meine Gedanken und Gefühle nehme, für das was gerade in mir vorgeht, habe ich später am Tag einen klaren Kopf und kann mich besser auf die Arbeit konzentrieren. Das Schreiben sorgt für Klarheit und hilft, mich zu fokussieren. Das wirkt sich auf meinen gesamten Alltag aus, privat wie beruflich.

 

 

8. Erinnerst du dich an eine Frage oder an ein Problem, das du mithilfe des Schreibens lösen konntest? Welche Erkenntnis hast du dank deiner schriftlichen Worte für dich gewinnen können?

Ja, ich habe gerade erst wieder dank des Journalings einen Zustand in mir durchbrochen, der für mich etwas unangenehm war. Nachdem ich nach ein paar Wochen Urlaub wieder den Einstieg in meine Arbeit finden wollte, bemerkte ich, wie verstreut ich mich fühlte. Mir fiel es schwer meine Routinen aufzunehmen, pünktlich aus dem Bett zu kommen und zu erledigen was ich mir vorgenommen hatte. An Arbeit zu denken fiel mir schwer und ich prokrastinierte so viel ich konnte. Das zog sich bestimmt zwei Wochen hin, bis ich an einem Morgen mir die Zeit nahm, um diese Energie/ diesen Zustand, in dem ich mich befand, mit einer Schreibübung zu verändern.

 

Zuerst stellte ich mir die Frage: Wie kann ich die Situation, so wie sie gerade ist, akzeptieren lernen? Anschließend erstellte ich eine Liste mit all den guten Dingen, die diese Situation gerade mit sich brachte. Dann fragte ich mich, was ich anders machen möchte und was mich dabei unterstützten würde wieder zurück in meinen WorkFlow zu finden.

 

Das mag sehr simpel und einfach klingen und vielleicht sogar offensichtlich. Doch manchmal sind wir so sehr in unseren Gedanken und Gefühlen beschäftigt, dass wir nicht mehr klarsehen, geschweige denn richtig handeln können.

 

Nach dieser Übung ging es mir schlagartig besser, denn ich hatte meine Gedanken geordnet, etwas Positives an der Gesamtsituation gefunden, mehr Klarheit und Fokus geschaffen und konkrete Handlungsschritte entwickelt.

 

Das Schönste am Schreiben ist für mich, die Dokumentation meiner eigenen persönlichen Weiterentwicklung. In meinen Notizbüchern ist soviel Weisheit zu finden, was mir immer wieder zeigt, alles wonach wir suchen ist in uns.

 

Und genau das ist auch die größte und schönste Erkenntnis, zu der ich immer wieder komme: Die Antworten, nach denen wir suchen, liegen in uns.

 

 

 

9. Egal ob beruflich oder persönlich: Hast du eine Schreibübung, die du am liebsten anwendest?

Meine liebste Schreibübung ist eine Intention zu setzen.

Ich setze fast jeden Morgen eine Intention, in dem ich mich vorher mit mir und meinem Körper verbinde. Dafür mache ich einen kleinen Check-In und frage mich, wie es mir an dem jeweiligen Morgen geht. Anschließend frage ich mich, wie ich mich an diesem Tag fühlen möchte, wie mein Tag verläuft, wenn ich dieses Gefühl verkörpere und wie meine Intention dazu lautet.

Das Ganze dauert nicht länger als 10 Minuten und richtet meine gesamte Energie auf das, was ich an diesem erleben möchte.

Meine drei liebsten Übungen und eine kleine Einführung in das Journaling habe ich in dem kostenlosen Guide „Schreib es raus!“ zusammengefasst, den man sich auf meiner Homepage herunterladen kann. Dort ist auch der Prozess des Intention Setzens Schritt für Schritt beschrieben.

 

 

10. Magst du noch etwas mit uns teilen?

Ich schreibe nun seit mittlerweile 20 Jahren. Früher hieß es Tagebuch schreiben, heute heißt es Journaling. Das Schreiben war immer mein wichtigster Begleiter auf meiner Reise durch das Leben. Gerade, weil ich die positive Wirkung jeden Tag spüren kann, bin ich der festen Überzeugung, dass ein paar Minuten Schreiben am Tag das Leben verändern kann.

 

Du, die/der also gerade diese Zeilen liest, gib dem Schreiben eine Chance. Besorg dir ein wunderschönes Notizbuch und einen leicht schreibenden Stift, stell deinen Wecker morgen etwa 10 Minuten früher als sonst, setze dich hin und frage dich:

Wie möchte ich mich heute fühlen? Wie würde mein Tag aussehen, wenn ich dieses Gefühl verkörpere – und was kann ich tun, um mich darin zu unterstützen dieses Gefühl in mir zu erschaffen?

 

Danke liebe Vanessa, dass du mich eingeladen hast dein Interview Gast zu sein. <3

 

 

Das Schönste am Schreiben ist für mich, die Dokumentation meiner eigenen persönlichen Weiterentwicklung. In meinen Notizbüchern ist soviel Weisheit zu finden, was mir immer wieder zeigt, alles wonach wir suchen ist in uns. Und genau das ist auch die größte und schönste Erkenntnis, zu der ich immer wieder komme: Die Antworten, nach denen wir suchen, liegen in uns.

 

 


 

Herzlichen Dank für deine wertvollen Worte und Einblicke, liebe Franziska! Besonders dein Satz „Das Schreiben und das damit verbundene Teilen meiner Geschichte, hat mich dabei unterstützt, mich nicht mehr für mich und meine Geschichte zu schämen, sondern sie ganz anzunehmen.“  hat mich sehr berührt. Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht, wie heilsam es sein kann, sich schriftlich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und sie mit anderen Menschen zu teilen.

 

Für alle, die Franziska kennenlernen möchten, die sich gerade mehr Klarheit in ihrem Leben wünschen oder die herausfinden wollen, ob Coaching das Richtige für sie ist, bietet Franziska kostenlose Coaching-Sessions an. Unter folgendem Link kannst du dich anmelden: https://www.franziskavetter.com/kostenlose-coaching-session 

 

 


 

Schreiben für Persönlichkeit und Selbständigkeit: Interview mit Franziska Vetter

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