Dieser Beitrag ist ein Gastartikel von Anna Milaknis.

 

 

Du liebst einen ordentlich strukturierten Arbeitstag und möchtest trotzdem den Raum für kreatives Arbeiten offen halten?

Bist du oft überwältigt von zu vielen Aufgaben und Verantwortlichkeiten und nimmst dir selbst zu wenig Zeit für das Schreiben, Malen und Brainstormen?

 

Ganz ehrlich. Diese wertvolle Kreativzeit wird dir keiner schenken. Wie schön es wäre, wenn wir den ganzen Tag super inspiriert durch das Büro tanzen und vor Ideen und Freude sprühen. In der Realität stellen wir diese Aufgaben doch häufig an die letzte Stelle der To-Do-Liste.

 

Wenn wir dann mal eine Deadline haben, um unser kreatives Meisterwerk abzuliefern, schieben wir die Arbeit bis zum Schluss heraus, weil wir vorher keine Lust haben anzufangen.

 

 

Kreativität auf Knopfdruck – auch mitten in der Nacht

Während meines Studiums habe ich beim ZDF Morgenmagazin in der Nachtschicht gearbeitet und Texte für die ZDF Mediathek verfasst. Da kommt alle zehn Minuten ein neuer Liveclip rein, der online gestellt werden muss. Stell dir einmal vor, ich hätte jedes Mal gewartet, bis ich richtig Lust habe auf Schreiben, bis ich angefangen hätte, zu texten. Glaube mir: Nachts um drei Uhr ist bei mir noch nie die Muse vorbeigekommen. Mit halb geschlossenen Augen und dem Kopf leicht auf den Tisch gestützt, sind die Text dann trotzdem fertig geworden.

Okay, okay, das waren keine kleinen Kunstwerke, aber trotzdem gilt:

 

Kreativ sein ist ein Handwerk und kein Zufall. 

 

Heute schreibe ich vor allem Blogartikel und Texte für Onlinekurse. Mein Tag als Design Thinkerin und Gründerin der Frog List ist vollgestopft mit Calls, Workshopplanung und Orga-Zeug für mein Business. Wenn ich mich dann zum Schreiben hinsetzte, kommt es mir manchmal so vor, als ob sich zwei Stimmen in mir streiten: die Managerin und die Art-Direktorin.

 

Die Managerin sagt: „Hey, wir müssen jetzt schnell fertig werden. Vergeude nicht so viel Zeit. Hier in der Firma wird alles bäm bäm bäm erledigt.“

 

Und die Art-Direktorin antwortet: „Ja, chill mal. Ich gehe jetzt erstmal kurz auf der Blumenwiese spielen und wenn mich dann die Muse küsst, fange ich schon irgendwann an zu schreiben.“

 

Hast du auch manchmal das Gefühl, dass sich Struktur und Kreativität gegenseitig ausschließen?

 

Aus meiner Erfahrung als Design Thinking Beraterin und Ideenmentorin kann ich dir sagen:

 

Kreativität braucht Struktur. Wir können am besten kreativ arbeiten, wenn wir uns in einem klaren Kreativprozess befinden. Erst durch diesen festen Rahmen haben wir den Freiraum, uns kreativ auszuleben. Anstatt ewig mit mir selbst zu diskutieren, habe ich mir Tools und Tricks angewöhnt, um auch ohne Inspiration kreativ zu sein. Die Devise ist: Machen statt quatschen.

 

Doch wie geht das jetzt konkret, dieses kreative Arbeiten auf Knopfdruck? Hier sind meine drei Schritte, um mit Struktur kreativ zu sein, auch wenn du keine Lust hast:

 

 

1. Plane feste Termine ein und bleibe dabei

Trage dir in deinen Kalender feste Terminblöcke mit Start und Ende für deine Kreativarbeit ein. Das könnte jeden Morgen eine halbe Stunde sein oder auch einmal in der Woche ein fester Zeitslot.

 

Überlege dir: Wann ist meine kreative Zeit? Eher früh morgens oder vielleicht spät abends?

 

Wenn der Terminblock näher rückt, dann halte dich daran. Egal, ob du Lust hast oder nicht. Setze dich an deinen Computer oder vor dein Notizbuch.

 

 

2. Trenne die Produktion von der Bewertung

Wenn ich zum Beispiel einen Blogartikel schreibe, haue ich erst alles in mein Dokument, ohne mich selbst zu kritisieren. Erst danach gehe ich über den Text und setze die Struktur zusammen. Das hilft mir, überhaupt erst anzufangen und direkt ins Handeln zu kommen. Da bleibt gar keine Zeit zum Aufschieben.

 

Mein Lieblingsexperte zum Thema Produktivität, Tim Ferriss, schreibt jeden Tag „two crappy pages“. Das heißt: Er nimmt sich vor, jeden Tag mindestens zwei Seiten zu schreiben, egal wie schlecht sich der Schreibprozess anfühlt.

 

Wenn du erstmal deine eigene Erwartung heruntergeschraubt hast und einen kleinen Erfolg erzielt hast, bleibst du wahrscheinlich eh dabei und schreibst einfach weiter.

 

 

3. Wärme deine Kreativität auf

Wenn du jetzt vor deinem leeren Blatt sitzt und wirklich keine Lust hast, hilft es, deine Kreativität zu wecken. Ich wechsle zum Beispiel das Format. Anstatt einfach nur meinen Text runterzutippen, quatsche ich manchmal meine Ideen in meine Aufnahmeapp. Oder ich rufe eine Freundin an und erzähle ihr, was ich alles Spannendes über das Thema weiß.

 

Um diesen Artikel zu schreiben, habe ich eine kurze Instagram Story als Prototyp aufgenommen. Einfach weil ich Lust drauf hatte. Hier kannst du die Story sehen. Danach war mir die Struktur dieses Artikels viel klarer. Du kannst zum Beispiel auch komplett wilde Ideen aufschreiben, die dich zum Schmunzeln bringen.

 

Suche nach einer Möglichkeit, wie dir der Schreibprozess Spaß machen könnte und fokussiere dich auf diesen inspirierenden Funken.

 

 

 

Gerade, wenn du dein eigenes Business aufbaust oder an deinem Herzensprojekt arbeitest, solltest du dir eine Praxis aufbauen, in der du schreibst, Fotos machst, malst und Brainstorming betreibst. Mit diesen drei Schritten bist du super strukturiert in deinem Business unterwegs und hast trotzdem noch Zeit für kreative Weiterentwicklung.

 

 


 

Über Anna Milaknis

In ihrem Hauptbusiness ist Anna Design Thinking Beraterin und hilft großen Unternehmen so kreativ und agil zu sein wie ein Startup. In ihren Workshops kommen ganz unterschiedliche Mitarbeiter zusammen, um nutzerzentrierte, kreative Ideen zu entwickeln. Ihr neues Projekt ist das Frog List Matching Programm, bei dem sie kreative Freiberufler zu Accountability Partnern verbindet, damit sie gemeinsam entspannt ihre Ziele erreichen.

Mehr über Anna: www.annamilaknis.com

Mehr über die Froglist: www.froglist.de

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Kreativität auf Knopfdruck: Wie du kreativ arbeitest, auch wenn du keine Lust hast

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