Du magst endlich deine Website veröffentlichen, ein neues Angebot rausbringen, einen Newsletter rausschicken oder einen Social Media-Post teilen? Doch jedes Mal, wenn du dich an den Text setzt, grätscht er dazwischen: dein innerer Kritiker?

 

Bei manchen ist der Besuch des inneren Kritikers beim Schreiben sogar schon eine richtige Gewohnheit geworden. Sie haben ein mulmiges Gefühl, wenn sie an einen Text gehen, schieben Deadlines ständig auf oder, noch schlimmer, setzen Ideen gar nicht mehr um. Geht es dir vielleicht gerade so?

 

Unser innerer Kritiker erzählt uns viele Geschichten. Diese Geschichten beeinflussen, was wir tun – und vor allem, was wir nicht tun. Wir können uns allerdings in jedem Moment entscheiden: Möchte ich diese Geschichte weiterhin glauben und dort bleiben, wo ich gerade stehe? Oder möchte ich diese Geschichte so umschreiben, dass sie positiv für mich ist und ich vorankomme? Beides ist möglich!

 

4 Schritte, die dir beim Umgang mit den Geschichten deines inneren Kritikers helfen:

  1. Werde dir bewusst, dass dein innerer Kritiker spricht.
  2. Frage dich, ob es sich um Fakten oder Annahmen handelt.
  3. Wandle den negativen Gedanken ins Positive um.
  4. Werde aktiv: Schreibe!

 

In diesem Blogartikel mag ich 6 typische destruktive Glaubenssätze, also Geschichten deines inneren Kritikers, mit dir teilen und wie du sie für dich umwandeln kannst.

 

 

 

Typische Glaubenssätze beim Schreiben – und ihre positive Version

 

„Ich habe Angst davor, mich zu zeigen“ wird zu

Ich bringe meinen Wert in die Welt.

 

Mit jeder Zeile, die wir veröffentlichen, geben wir ein Stück von unserer inneren Welt nach außen. Wir machen uns sichtbar. – Wir machen uns verletzlich.

 

Egal, um  welchen Text es sich handelt, es ist vorher nicht klar, wie andere auf unsere Worte reagieren werden. Der Wunsch, oder vielmehr unsere Sehnsucht, nach Gewissheit und Klarheit macht uns daher unsicher. Aus Selbstschutz bauen wir eine Barriere auf – und schreiben nicht mehr weiter bzw. haben Angst vor der Veröffentlichung. Das ist besonders bei den Themen so, die uns am Herzen liegen, stimmt’s? Doch gerade diese Worte sind es, die so wertvoll für andere und auch dich selbst sind. Sei mutig und bring sie raus in die Welt!

 

You don’t write because you want to say something, you write because you have something to say.

F. Scott Fitzgerald

 

Und das Paradoxe ist ja außerdem: Wir möchten, dass sich unsere Leser und potentiellen Kunden uns gegenüber öffnen und uns Vertrauen schenken – also verletzlich machen. Doch unsere eigene Verletzlichkeit ist das Allerletzte, das wir ihnen von uns zeigen möchten, denn besonders im unternehmerischen Zusammenhang wird dieser Wert als Schwäche angesehen. Aber ist das denn wirklich so? 

 

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mich an einem grauen Tag jemanden öffnete, ein Meeting absagte und sie mir nach unserem kurzen Gespräch Folgendes schrieb: „Liebe Vanessa, danke für deine Offenheit und Ehrlichkeit. Ich versuche selbst immer offener und ehrlicher mit mir und Anderen zu sein, und freue mich sehr das so zurück gespiegelt zu bekommen. Ich hoffe dir geht es bald besser. Deine Sensibilität finde ich übrigens super sympathisch.“

 

Frag dich doch mal: Magst du nicht lieber auch mit Menschen zusammenarbeiten, die ebenso wertschätzend mit deinem Vertrauen umgehen wie du mit ihrem?

 

 

Vulnerability is the birthplace of love, belonging, joy, courage, empathy, and creativity. It is the source of hope, empathy, accountability, and authenticity. If we want greater clarity in our purpose or deeper and more meaningful spiritual lives, vulnerability is the path.

Brené Brown

 

 

 

„Ich bin nicht gut genug“ wird zu

Ich gebe in jedem Moment mein Bestes!

 

Wenn wir einen Text veröffentlichen wollen, sind damit immer Erwartungen verknüpft – vor allem Erwartungen an uns selbst. Wir wollen die wichtigsten Inhalte liefern und die schönsten Formulierungen wählen. Ganz klar, dass wir dabei schnell ins Stolpern kommen und annehmen, dass wir nicht gut genug wären.

 

Aber es ist doch so: Wir entwickeln uns ständig weiter, machen neue Erfahrungen und gewinnen Erkenntnisse. Sicher wird mir in ein paar Wochen, Tagen oder vielleicht sogar Stunden etwas einfallen, wie ich diesen Text noch besser machen könnte. Doch jetzt, in diesem Moment, gebe ich dir das mit, was ich kann und was ich weiß.

 

Vertraue dabei auf deine innere Stimme. Sie wird dir ehrlich sagen, ob du dich gerade vor einem Text drückst oder ob du in diesem Moment dein Bestes gegeben hast.

 

I don’t have the answers – I’m not sure if anybody really has the answers – but I do have a hell of a lot of questions and perhaps you do too. […] But I know more than I did at twenty-one and I know more than I did last year. By the time these words are published I will know even more still; but for now, I’m going to record what I know today. As life is one long tangle of todays, this plan should work just fine. 

Susannah Conway

 

 

 

„Der Text muss perfekt sein“ wird zu

Ich entwickle mich jedes Mal weiter.

 

Zugegeben, hat es einige Zeit gebraucht, bis ich mir selbst eingestanden habe: Die Welt dreht sich weiter, auch wenn der Text nicht perfekt ist. Ich liebe es, mein Herz in meine Arbeit zu geben, doch darf diese Leidenschaft nicht zu Perfektion und Verbissenheit ausarten.

 

Es ist okay, wenn ein Text oder unsere Arbeit nicht perfekt ist, denn mal ganz ehrlich: Wir Kreativen operieren nicht am offenen Herzen! Bei uns geht es nicht um Leben und Tod. Wir haben jederzeit die Möglichkeit, etwas zu ändern, zu verbessern… oder gar zu löschen. 

 

Wenn du also merkst, dass du beim Schreiben wieder in das negative Gedankenkarussell einzusteigen drohst, atme tief durch und werde dir bewusst, dass du „Fehler“ machen darfst. Sammle Erfahrungen, reflektiere sie – und lasse sie so zu wertvollen Erkenntnissen werden.

 

Tipp: Unsere Sprache hat einen großen Einfluss darauf, wie wir denken, fühlen, entscheiden und handeln. Versuch mal, Begriffe wie scheitern oder Misserfolg mit lernen und Erfahrung zu ersetzen. Mehr dazu kannst du auch hier nachlesen: Das wichtigste Gespräch in der Selbstständigkeit: dein innerer Dialog

 

Ich bin der Typ Mensch, der schreibt, weil er sich weiterentwickelt hat, und der sich weiterentwickelt, indem er schreibt.

Augustinus

 

 

 

„Ich kann nicht schreiben“ wird zu

Ich darf spielen.

 

Kennst du das auch: Du weißt, dass du die Zeilen für deine Website oder einen Blogartikel oder etwas anderes brauchst, setzt dich an den Schreibtisch und willst, dass du den Text von vorne bis hinten schreibst. Jetzt. Gleich. Sofort! – Kein Wunder, dass wir bei dieser Erwartungshaltung total verkrampfen.

 

Schreiben ist ein kreativer Prozess. Spiele mit deiner Kreativität, mit Worten und Ideen. In unserer Selbstständigkeit haben wir die Freiheit und gleichzeitig die Verantwortung, uns zu erlauben, Dinge nicht einfach nur abzuarbeiten, sondern uns reinzudenken und reinzufühlen. Also: Probiere dich aus und werde dir bewusst darüber, wie du dir das Schreiben noch schöner und leichter machen kannst.

 

Fragen, die dir helfen, deinen Schreibflow besser kennenzulernen:

  • Mit welchem Gefühl gehst du ans Schreiben?
  • Welches Umfeld hilft dir, in den Schreibflow zu kommen?
  • Wie kannst du dich auf das Schreiben vorbereiten?
  • Welche Unterschiede merkst du bei den verschiedenen Textarten (z.B. Social Media-Post, Blogartikel, Newsletter) und wie kannst du entsprechend darauf eingehen?
  • Wie kannst du dir das Schreiben zukünftig noch leichter und schöner gestalten?

 

Weitere Infos und Inspirationen habe ich dir in meiner 4-teiligen Blogserie „Deine Schreibstimme“ zusammengefasst.

 

Only when we are at our most playful can divinity finally get serious with us.

Elizabeth Gilbert

 

 

 

„Das interessiert doch eh niemanden.“ wird zu

Ich verbinde mich mit den richtigen Menschen.

 

Wenn wir beim Schreiben eines Textes an die Menschen denken, die ihn lesen werden, haben wir meistens diejenigen, die ihn vielleicht (!) uninteressant oder doof finden könnten. Um dieser Ablehnung entgegenzuwirken, stiftet uns der innere Kritiker an, den Text „besser“ zu machen. Oft verstellen wir uns dann und rutschen in eine Schreibstimme oder in eine Meinung ab, die uns nicht entspricht. Wir fühlen uns mit diesem Text unwohl und geraten in einen Teufelskreislauf. Die Frage ist daher: Sind das die Leser, für die du schreibst?

 

Du schreibst für die Menschen, denen du mit deiner Botschaft weiterhelfen kannst, die dich dich so mögen, wie du bist, und mit denen du gerne zusammenarbeiten möchtest. – Das sind die Menschen, die wirklich zählen, und an die du denken solltest, wenn du deinen Text schreibst.

 

Wenn ich vor einem leeren Blatt bzw. Word-Dokument sitze und mit mir hadere, stelle ich mir oft diese Frage:

 

Was würdest du anderen vorenthalten, wenn du es nicht machst? 
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͏
Dieser Impuls schenkt mir eine neue Perspektive und macht mein aktuelles, vermeintliches Schlamassel plötzlich so unbedeutend. Denn dann weiß und spüre ich wieder, für wen ich schreibe und warum ich schreibe. Probiere es gerne auch mal aus.

 

Don’t chase people. Be yourself, do your own thing and work hard. The right people – the ones who really belong in your life – will come to you. And stay. 

Will Smith

 

 

„Mein innerer Kritiker soll ruhig sein“ wird zu

Meine Angst macht mich kreativ.

 

Ich musste herzlich lachen, als ich nicht nur erkannte, wie absurd, sondern auch wie fantasievoll und detailreich die Geschichten meines inneren Kritikers sein können. – All das ist in meinem Kopf entstanden – und da geht noch so viel mehr!

 

Oft scheuen wir uns, unserem inneren Kritiker – unserer Angst – entgegenzutreten. Das ist verdammt unbequem und in manchen Fällen ist es sogar ziemlich schmerzhaft. Statt dieser negativen Stimme sehnen wir uns nach dem Richtigen, dem Guten, nach Liebe. Doch genau dahin kann uns der innere Kritiker auch leiten – wenn wir mit ihm ins Gespräch gehen.

 

Frage dich doch mal, welche Angst eigentlich hinter dieser Stimme steckt. Wenn wir uns über unsere (vermeintlichen) Probleme und Sorgen bewusst werden, können wir auch Lösungen und Möglichkeiten finden. – Der innere Kritiker kann uns also auch kreativ werden lassen!

 

We’re all afraid. We just have to get to the point where we understand it doesn’t mean that we can’t also be brave.

Brené Brown

 

 

 

Das Schreiben ist nicht nur der Auslöser für diese negativen Glaubenssätze, sondern vor allem auch das beste Tool, um dich mit ihnen auseinanderzusetzen und ins Handeln zu kommen:

Denn beim Schreiben machst du deine Gedanken greifbar, identifizierst deine Geschichten, erkennst Glaubenssätze und Muster – und verfasst wortwörtlich die nächsten Zeilen deiner Selbstständigkeit!

 

Möchtest du tiefer eintauchen und das Wirrwarr in deinem Kopf und in deiner Selbstständigkeit ordnen? Dann lade ich dich herzlich zum Schreib-Retreat von Life Coach Katharina Thürer und mir ein!

 

Online  Schreib-Retreat – Nimm deine Selbstständigkeit Wort für Wort in die Hand!

 

Das Schreib-Retreat ist ein 6-wöchiges Onlineprogramm, bei dem wir dir den Anstupser geben, dir parallel zum Alltag bewussten Raum für dich, deine Selbstständigkeit und Texte zu nehmen. Das Programm findet gemütlich von Zuhause und online verbunden mit anderen Schreibenden statt. 
 
Life und Business Coach Katharina Thürer und ich begleiten deinen Prozess mit Anleitungen, Live Calls und Coaching-Impulsen. Außerdem geben wir dir Einblicke in unsere eigenen Journals, Lieblingsübungen, Routinen und wertvollsten Aha-Momente.

Am Ende wirst du neben den Zeilen aus den Schreib-Impulsen auch einen Text für deine Selbstständigkeit kreieren. Das kann der Text deiner Über mich-Seite, ein bestimmter Social Media-Post, ein Angebot oder ein anderes Thema sein, das dir schon lange auf dem Herzen liegt. Du kannst frei wählen, ob du dir von Katharina Coaching-Input oder von mir Texter-Feedback wünschst. 


 
Das Schreib-Retreat findet mehrmals im Jahr statt. Magst du mit dabei sein?

Alle Infos und die Anmeldung bzw. Warteliste findest du hier: Schreib-Retreat – Nimm deine Selbstständigkeit Wort für Wort in die Hand!

 

 

 


 

 

 

Umgang mit dem inneren Kritiker – 6 Tipps gegen negative Glaubenssätze beim Schreiben

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