In der Selbstständigkeit achten wir oft penibel darauf, wie wir mit Kunden sprechen, Angebote formulieren, E-Mails schreiben oder beim Netzwerken auftreten. Dabei vergessen und vernachlässigen wir meistens einen Dialog, der noch viel wichtiger ist: der mit uns selbst!

 

Denn unsere Sprache ist ein Tool, dank dem wir mit anderen kommunizieren, und noch mehr: Mit Sprache kreieren wir uns unsere eigene innere und äußere Welt.

Unsere Worte sind ein heilsamer oder zerstörerischer Begleiter. – Je nachdem, wie wir mit uns selber sprechen.

 

Ich habe mich lange Zeit selber sabotiert und fertig gemacht. Sätze wie Du bist nicht gut genug! Mach jetzt bloß keinen Fehler. Die anderen können das viel besser.  oder Puh, das ist mir jetzt zu schwer… liefen in meinem Kopf Dauerschleife.

 

Kennst du das? Dann möchte ich dir eine Frage stellen: Wenn eine Kundin, eine Kollegin oder eine gute Freundin mit dir so negativ reden würde, wie du es manchmal selber tust… Wie lange würdest du dieser Person zuhören?

 

Ich habe mich von ihr verabschiedet und auch wenn sie immer mal wiederkommt, lehne ich das Gespräch dankend ab, denn:

 

Als ich die Kraft der Worte – besonders in meinem eigenen inneren Dialog – erkannt hatte, hat das meine Persönlichkeit, meine Selbstständigkeit und mein Leben beflügelt. Warum? Und vor allem wie du das auch kannst? Das mag ich dir in diesem Blogartikel liebend gerne erzählen.

 

 

Dein innerer Dialog

Wir nehmen es oft nicht bewusst wahr, aber Sprache beherrscht unser tägliches Leben: Der innere Dialog läuft fast ununterbrochen ab, solange du wach bist. Er beginnt in den ersten Lebensjahren und dauert dein ganzes Leben lang an. Mit deinem inneren Dialog formulierst du dein inneres Erleben der Welt.

 

Vielleicht ist dir auch schon einmal aufgefallen, dass du irgendwie mehrere Stimmen in dir hast? Eine ist aufbrausend, die andere quiekig, die nächste ist wiederum sehr sanft. Für deine unterschiedlichen emotionalen Zustände – Angst, Ärger, Traurigkeit, Freude, Zufriedenheit usw. – hast du jeweils eine Stimme.

 

Diese Stimmen vereinen sich zu einem Großteil und doch können wir sie manchmal deutlich heraushören. Besonders dann, wenn eine Stimme unser Verhalten kommentiert. Fällt dir hier auch das typische Beispiel des inneren Kritikers ein (Ich kann das eh nicht. Ich lass es lieber bleiben. Die anderen machen das viel besser. …)?

 

Die Wirkung deines inneren Dialogs

Dein innerer Dialog wirkt auf dein Gehirn. Denn dein Gehirn nimmt sämtliche Informationen auf: die Sinneseindrücke der Außenwelt, ebenso wie deine Fantasien. Bei dieser Übertragung unterscheidet es nicht zwischen Wirklichkeit und Einbildung; also zwischen dem, was passiert und dem, was du denkst. Dein Gehirn sendet anschließend Botenstoffe an deinen Körper, die dich entsprechend fühlen und handeln lassen.

 

Wenn also die selbstkritische Stimme in deinem inneren Dialog dominiert, nimmt dein Gehirn an, es ist tatsächlich so. Es regt die neuronalen Schaltkreise an, die ihren Fokus auf Fehler lenken. Plötzlich siehst du nur noch das Negative. Du fühlst dich unsicher und irgendwie auch verärgert. Du findest dich und alles andere doof, probierst nichts Neues aus, verkriechst dich und deinen Unmut lässt du vielleicht an deinen Mitmenschen aus.

 

Deine Worte wirken sich auf deine Gedanken, deine Gefühle und auf deine Handlungen aus. Und auf dein Verhalten folgen letztlich die Erfahrungen und Ergebnisse, die dein Leben bestimmen. – So wie du mit dir sprichst, lebst du also auch.

 

Wenn du negativ mit dir sprichst…

Wenn du kritisch, bedrohlich und unsicher mit dir sprichst, wirkt sich das auch genau so auf dein Leben aus. Du förderst deine Ängste, deine Passivität, deine Schlaflosigkeit, Essstörungen, Misserfolg und Selbstverachtung.

 

Beispiel:

Erinnere dich mal an einen Tag, an dem du viel auf deiner To Do-Liste stehen hattest. Schon am Morgen hast du dir sicher gedacht: Puh, heute wird ein anstrengender Tag. Erst mal sehen, ob ich das alles überhaupt schaffe. Das muss klappen, auch wenn es anstrengend wird. Jetzt schnell los!

Wie ging dein Tag weiter? Lief irgendwie alles schief und warst du lustlos und erschöpft?

Wie ging dein innerer Dialog dann weiter? Kam der Prokrastinator in dir zu Wort uns sagte er: Das ist nicht gut genug. Ach, ich lass es lieber gleich sein. Ich kann das eben nicht. Es wäre absolute Zeitverschwendung, wenn ich mich jetzt dahinter klemme. Ich schaffe ja sowieso nicht alles. Das wird eh nichts. Was soll’s, ich probiere es morgen noch einmal…

 

Ganz klar, dass du mit diesen Worten keine motivierenden Gedanken, aufbauenden Gefühle und keine Handlungsbereitschaft schaffst, oder?

 

Das Schöne ist: Mit deinem inneren Dialog kannst du dich auch in die andere Richtung leiten.

 

Wenn du positiv mit dir sprichst…

Wie fühlst du dich und wie handelst du, wenn du dir in ängstlichen Situationen Mut zusprichst? Wenn du total im Stress bist und beruhigende Worte für dich findest? Oder wenn du dir beim Sport einen liebevollen verbalen Popstritt verpasst hast?

 

Genau, mit einem positiven inneren Dialog schenkst du dir selber mehr Vertrauen, Motivation, Freude, Aufmerksamkeit, Leistung und Liebe. Du bestärkst das Gute, bewältigst starke emotionale Reaktionen und änderst schlechtes Verhalten.

 

Beispiel:

Ich möchte dich gerne einladen, dir den Tag mit den vielen To Dos vorzustellen, wenn du dich selber mit liebevollen und aufmunternden Worten begleitest.

Heute wird ein schöner Tag. Jepp, ich gehe meine Aufgaben mit vollem Elan an. Ich freue mich schon auf die positiven Reaktionen von meinen Kunden. Ich kann das!

Mhh… das hat nicht so recht geklappt. Mal schauen, wie ich es besser machen kann. Auf geht’s! Ich schaffe das.

Hand aufs Herz: Was denkst und fühlst du, wie dieser Tag im Vergleich verlaufen würde?

 

Wenn du positiver und bewusster mit dir sprichst, wirst du deine Persönlichkeit weiterentwickeln. Du wirst klarer denken, deine Sichtweise ändern, liebevoller mit dir umgehen und dein Leben nach deinen Vorstellungen gestalten.

 

 

Möchtest du diese Erkenntnis für dich umsetzen und die Liebe für dich und dein Leben stärken? Dann mag ich liebend gerne drei wertvolle Tipps mit dir teilen, die du einfach in deinen alltäglichen inneren Dialog integrieren kannst.

 

 

 

 

3 Tipps, wie du positiver mit dir selbst redest

1. Wortwahl: Was möchtest du wirklich sagen?

Jedes Wort hat eine Bedeutung und jedes Wort wirkt. Sagst du dir und anderen wirklich immer das, was du meinst? Lass uns einfach mal genauer hinschauen:

 

Beispiel: die negative Wirkung von Worten

  • schnell – Hektik, Druck
  • müssen – Zwang, Unwohlsein, Lustlosigkeit
  • Problem – Stress, Schwierigkeiten, Anstrengung

 

Beispiel: die positive Bedeutung von Worten

  • liebevoll – voller Liebe (liebe-voll)
  • Selbstbewusstsein – sich seiner selbst bewusst sein (Selbst-bewusst-sein)
  • Sanftmut – es bedarf Mut, um sanft sein zu können (Sanft-mut)

 

Faszinierend, wenn wir uns mal einen Moment Zeit nehmen und darauf besinnen, was wirklich hinter einem Wort steckt, oder?

 

Diese Feinheiten unserer Sprache spielen sich meistens nur in unserem Unterbewusstsein ab. Wir nehmen diese Stimmung dennoch wahr und fühlen uns dann dementsprechend schlecht oder gut.

Wenn du die Worte deines inneren Dialogs bewusster wählst, kannst du dir den positiven Effekt zunutze machen.

 

Übung: Beobachte mal, welche Worte du tagtäglich wählst. Sagst du häufig schnell und müssen, obwohl du es gar nicht so meinst? Lass solche Worte weg! Drückst du dich oft negativ aus? Versuche gezielt positive Bezeichnungen zu verwenden!

Denn wie heißt es so schön: Wir denken sowieso, warum dann nicht gleich positiv?

 

 

2. Verneinungen: „Ich kann nicht…“

Ich kann nicht… Ich kann nicht gut schreiben. Ich kann das jetzt nicht machen. Ich kann dir das nicht sagen.

Nimm dir bitte auch hier einen kurzen Moment, um hinter den Satz „Ich kann nicht…“ zu schauen. Denn das sagen wir leider auch ziemlich oft, stimmt’s?

 

Mit „Ich kann nicht…“ verneinst du dein eigenes Können. Und somit lehnst du auch gleichzeitig dein Selbstwertgefühl, deine Sicherheit, deine Fähigkeiten und im Großen und Ganzen dein Leben ab.

 

Manchmal stellen uns Interessenten, Kunden und Partner bestimmte Fragen, die wir im Gespräch nicht gleich beantworten können. Dann rutscht uns schnell ein „Ich kann nicht…“ raus. Was könntest du stattdessen sagen? Wie wäre es mit: „Da fehlen mir gerade die Infos. Ich werde mich erkundigen und dir Bescheid geben.“

So schwächst du nicht nur dein Können ab, sondern gibst der anderen Person auch das Gefühl, dass sie dir wichtig ist.

 

Übung: In welchen Situationen sagst du häufig „Ich kann nicht…“? Schreibe dir positive Formulierungen auf und wende sie im Alltag an.

 

 

3. Zeitformen: Jetzt oder später?

Hast du im Alltag manchmal das Gefühl, dass dir alles zu viel wird? Dann wird dir dieser Tipp guttun.

 

Für alles, was in der Gegenwart und in der Zukunft liegt, verwenden wir die gleiche Zeitform, das Präsens: Ich beantworte die restlichen E-Mails und  Ich beantworte morgen die restlichen E-Mails.

Unser Unterbewusstsein nimmt bei diesen beiden Sätzen auf, dass wir die restlichen E-Mails jetzt schreiben.

 

Wenn wir nur das Präsens als Zeitform verwenden, machen wir alles im Hier und Jetzt und sind dadurch oft gestresst und stehen unter Druck.

 

Mit der Zeitform Futur (Hilfsverb „werde“ + Infinitiv) bringst du deine offenen Aufgaben sprachlich und emotional in die Zukunft. Du entlastest dich in der Gegenwart und schaffst dir so neue Freiräume und Kraft für den aktuellen Moment.

 

Ich werde morgen die restlichen E-Mails beantworten.

 

Übung: Achte bewusst darauf, welche Tätigkeiten du im Hier und Jetzt machst und welche du in der Zukunft machen wirst. Verwende entsprechend die Zeitformen.

 

 

Oh ja, es ist ziemlich tricky, den eigenen inneren Dialog nicht losschnattern zu lassen. Es wird einige Zeit brauchen, bis du deine Worte bewusst wählst und formulierst. Auch dann wirst du immer mal ins Stolpern kommen. Aber weißt du, was dann passiert? Du schenkst dir ein Lächeln, freust dich, dass es dir aufgefallen ist und machst mit einem guten Gefühl weiter.

 

Denn wenn du positiv mit dir sprichst, verändert sich auch deine innere Einstellung. Du wirst freudiger, mutiger, liebevoller und erfolgreicher werden – mit deiner Persönlichkeit, mit deiner Selbstständigkeit und mit deinem Leben!

 

 

 

 

 

 


 

Das wichtigste Gespräch in der Selbstständigkeit: dein innerer Dialog

2 Gedanken zu „Das wichtigste Gespräch in der Selbstständigkeit: dein innerer Dialog

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